Es begann alles am 1. Juli 1989, als ich mich entschlossen habe, in dieser ländlichen Gegend die erste reine Kleintierpraxis zu eröffnen. Anfänglich waren die Bücher nur wenig gefüllt, doch innert weniger Jahren wuchs die Nachfrage nach etwas anspruchsvollerer Medizin auch auf diesem Gebiet und so kam es, dass die Praxis an der Neueneggstrasse 2 enger und enger wurde und ich meinerseits zunehmend auf zusätzliche Arbeitskräfte angewiesen war. In dieser Situation entschloss ich mich denn auch zu einem Neuanfang. Das Projekt Hirsriedweg war über Jahre gereift und konnte nach langer, sorgfältiger Planung endlich realisiert werden. Am 1. Juli 2007 wurde die neue Praxis eröffnet und im selben Monat mit einem Tag der offenen Türe den Kunden vorgestellt.

Schon am ersten Arbeitstag überlegte ich mir als Hunde- und Katzenhalter, dass Tiermedizin nicht ein rein technisches Unternehmen sein konnte (was wir am Tierspital richtigerweise als Medizin gelernt haben), sondern, dass viele Puzzlesteine in der Umgebung von Tier und Tierhalter zu verschiedenen Prädispositionen führen, welche z.T. über medizinischen Diagnosen stehen können. Ich war deshalb offen für die Anwendung möglichst moderner Medizin (Labor, Chirurgie), versuchte aber auch, wo sinnvoll, komplementäre Medizin beizuziehen (Chiropraktik, Physiotherapie, Homöopathie, Bioresonanz, Bachblüten, Verhaltensabklärung etc.). Nur das Tier als Ganzes und in seiner Umgebung kann somit zuverlässig beurteilt werden – Tiere sind keine Maschinen: Sie lassen sich wohl zerlegen, aber nie wieder funktionell zusammensetzen!

Christoph Rüedi, im September 2009